UNTERSUCHUNGEN ÜBER DIE ANTIKE WEBKUNST UND DIE VERSUCHSWEISE HERSTELLUNG VON SEGELN
 
 
Das Segel war die einzige treibende Kraft des Schiffs von Uluburun II, das vor 3400 Jahren auf dem östlichen Mittelmeer gefahren war. Bis zur Erfindung der dampfbetriebenen Schiffe war das Segel für die Schiffe, die abhängig von Ruder und geeigneten Wetterbedingungen sich segelnd fortbewegten, bezüglich der Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit das geeignetste Mittel.

Die technische Weiterentwicklung des Segels hat einen weiten Weg zurückgelegt. Die Rekonstruktion der antiken Webkunst für Uluburun II und die damit verbundenen Untersuchungen über die Segelherstellung unter den Bedingungen der damaligen Zeit soll jedoch, genauso wie die Untersuchungen über die damaligen Navigationstechniken, das „Nichtwissen“ über diese Zeit verringern.

 
Aus welcher Faser wurde das 100 m2 große Segel von Uluburun II hergestellt?
 
Unser Berater (Abteilung für Archäologie an der Trakya-Universität) Dr. Ýsmail Fazlýoðlu und unsere durchgeführten Untersuchungen weisen auf die Verwendung von Leinenfasern am östlichen Mittelmeer zu dieser Zeit hin. Weil der Flachs eine Pflanze ist, die viel Wasser benötigt, konnte sie im Niltal und in Mesopotamien leicht angebaut werden. Alle Quellen weisen darauf hin, dass diese Faser in der Bronzezeit eine weite Verwendung fand.
     
Auf welchen Webstühlen wurde mit diesen Fasern gewebt?
Die herangezogenen iknografischen Quellen geben eine befriedigende Antwort. Die Iknografien aus Mesopotamien und Ägypten zeigen uns die Entwicklung der Webtechnik. Wir sind auf drei Arten von Webstühlen gestoßen:
 
senkrechter Webstuhl mit oberem und unterem Querbalken
waagrecht, Boden-Webstuhl
senkrechter Webstuhl mit beschwerten Enden (Webgewichten)
 
Am Ende der Untersuchungen der Iknografien und der Funde aus dieser Zeit (beginnend bei den archäologischen Ausgrabungen in Ägypten bis zu den Ausgrabungen in Israel, Libyen, Anatolien und Griechenland, vom Neolitikum bis zur Eisenzeit wurden der jeweiligen Periode entsprechende Webgewichte gefunden) zeigte sich, dass sowohl aus zeitlicher als auch aus geographischer Sicht der senkrechte Webstuhl mit Webgewichten für unsere Forschungen geeignet war.
Die Widerstandsfähigkeit der gewonnenen Kanvas-Leinenstoffe
 
 
Die Verfahren zur Aufbereitung der Stoffe, um sie widerstandsfähig zu machen, werden in den heutigen Fabriken mit chemischen Stoffen durchgeführt. Aber wie konnten in der Bronzezeit die Webstoffe vor der Sonne, dem Salzwasser, der Luftfeuchtigkeit und dem Wind geschützt werden? Bei den Verfahren zur Behandlung der Stoffe und Fäden wurde sehr oft Leinsamenöl verwendet.

Nachdem der Stoff behandelt worden ist, wurden im Labor der sogenannte „Reiß-Widerstands-Test“ durchgeführt, um die Widerstandsfähigkeit der Stoffe zu testen. Bei diesem Test wird der Stoff xxxxxx Kräften ausgesetzt, um seine Widerstandsfähigkeit zu prüfen.

 
Ergebnis

Wir werden die Ergebnisse dieses Zeitraums, beginnend bei der Verarbeitung der Fäden zu Stoff bis zur Behandlung für eine bessere Widerstandsfähigkeit, auch während unserer Reise sehen, die ja auch Versuchscharakter hat. Wir werden nach Beendigung der Reise von Uluburun II auf der antiken Route der Öffentlichkeit über die aufgetretenen Probleme, die angewandten Lösungen und die Ergebnisse berichten.